Sigi Bütefisch, Dipl. Grafik-Designer, Trainer und Coach.
Sein täglich Fisch: Marketing und Kommunikation für Verbände, Firmen
und Selbstständige — vom ganzheitlichen Konzept bis zur Umsetzung.
 
 

Archiv nach Themen | Wissen

Ich bin doch nicht blöd

Sigi 18.11.2008 | Wissen, Ziele

deswegen ist meine Meinung die richtige! Ich weiß, was richtig ist – vom Einkauf im Mediamarkt über die Gründe der Finanzkrise bis zur richtigen Ernährung.

Mit dieser „ich bin doch nicht blöd” Einstellung werden die meisten Gespräche geführt – die Ergebnisse sind entsprechend (blöd). Vielleicht kommt ein Teil der Politikverdrossenheit, der Unglaubwürdigkeit der Führungseliten durch diese Art des „ich bin doch nicht blöd, die anderen schon” argumentierens.

Was wäre, wenn „das sachliche Gewicht der anderen Meinung” in Erwägung gezogen würde? Ich mich dafür interessieren würde, wie der andere zu seiner Ansicht kommt? Das heißt zuhören, verstehen wollen.

Und ein schöner Zusatznutzen dabei: Ich merke damit, ob noch die „Sache”, der Inhalt im Fokus der Diskusion steht oder die Beziehungsebene (die nicht unwichtiger ist!). Dazu ein schöner Satz vom bekannten Philosophen Hans-Georg Gadammer:

„Ein Gespräch führen heißt, sich unter die Führung der Sache stellen, auf die die Gesprächspartner gerichtet sind. Ein Gespräch führen verlangt, den anderen nicht niederzuargumentieren, sondern im Gegenteil das sachliche Gewicht der anderen Meinung wirklich zu erwägen. […]

Was ist ein Pre-Experte

Sigi 12.10.2008 | Wissen

und braucht die (Business)Welt diese Menschen?

Der Begriff Pre-Experte ist mir bei einem Artikel über George Soros „über den Weg gelaufen”. George Soros beschreibt den Pre-Experten als einen visionären Amateur, der durchaus in der Lage ist bahnbrechende Neuerungen auf den Weg zu bringen bevor „bevor die Profis, die Experten alles an sich gerissen haben.”

Preexperten haben meiner Meinung nach u.a. folgende Eigenschaften:

  • Fähigkeiten zum Quer- und Visionärdenken
  • Eine gute Allgemeinbildung und ein Interesse an vielen verschiedenen Dingen
  • Freude am Spielen, Staunen und Entdecken
  • mehr Freude beim „Pflanzen” als beim „Pflegen” und „Ernten”

Probleme können selten mit alten Denkmustern gelöst werden. Hier könn(t)en Pre-Experten notwendige Impulse geben. Ein Pre-Experte ist prädestiniert als Ideengeber, Erfinder und Entdecker und kreativer Sparringspartner  – somit auch „geldwert” für Unternehmen. Vor allem in Synergie mit „echten” Experten, mit Spezialisten, die solche Ansätze „erntebereit” weiterentwickeln.

Könnte es sein, dass Spezialisten häufig Gefahr laufen, das Ganze aus dem Blick zu verlieren während der Pre-Experte als Universalist manchmal Schwierigkeiten hat, bestimmte Dinge zu Ende bringen kann. Was liegt dann näher als die Lösung in der Balance in der Zusammenarbeit zu suchen und finden.

Nachbemerkung 1: Pre-Expertentum hat nichts mit Inkompetenz und Stümperei zu tun, denn ein guter Pre-Experte ist sich seines Amateurstatuses (selbst)bewusst aber zugleich seines Potenzials. Gefährlicher sind manchmal Experten, wie die aktuelle Finanzkrise zeigt…

Nachbemerkung 2: Ich persönlich bekenne mich zum Pre-Expertentum – auch wenn ich diesen Begriff erst diese Woche kennengelernt habe.

Nachbemerkung 3: Der Suchbegriff Pre-Experte ergibt nur 4 Googletreffer. Kann es sein, dass viele Pre-Experten noch gar nicht wissen, dass sie einer sind?

Wissensmanagivation tut not

Sigi 23.7.2007 | Wissen

Wissensmanagement funktioniert nur in Verbindung mit Motivation. Diese Ausage im Dialogus-Blog trifft den Nagel auf den Kopf. Tolle technische Lösungen vom Intranet bis zum Wiki bringen nichts, wenn die Menschen keine Lust haben sich auszutauschen und diese Möglichkeiten zu nutzen. Damit Wissensmanagement funktionieren kann, müssen zunächst Menschen erreicht, begeistert und überzeugt werden. Der top ausgestattete Werkzeugkoffer nutzt wenig, wenn er in der Ecke steht – und dazu niemand Lust am Schrauben hat oder es nie gelernt hat.

Schwarmintelligenz oder die Dummheit der Massen

Sigi 8.6.2007 | Beifang, Wissen

Drei Ansichten zur Diskussion:

Die Erste aus einem Artikel „Menschen und Maschinen von Carmen Ullrich-Nolte” über Social Bookmarking. Veröffentlicht im Frischmarkt-Blog:
Schwarmintelligenz von Links – was ist das? In vielen Bereichen gibt es eine Weisheit der Massen. Zum Beispiel, wenn in Städten Wege angelegt werden und die Leute doch ihre eigenen Trampelpfade bilden, weil die Wege unklug angelegt sind. Da wird mit den Füßen abgestimmt, welcher der bessere Weg ist. Das Witzige ist, dass die Leute das unabhängig voneinander tun. Im Web entwickelt sich daraus eine kollektive Intelligenz, wie wir sie von Wikipedia her kennen…

Die Zweite lenkt den Blick auf die Politik:
…Wer laut in die Runde nach politischer Dummheit fragt, dem wird alsbald mit einem Wortgeprassel geantwortet werden. Zu Dutzenden werden Politiker aufs Tapet kommen, die Unsinn angerichtet oder sich als unfähig erwiesen hätten. Und vielleicht wird noch der eine oder andere Journalist genannt. Aber eine Spezies wird gewiß nicht dabei sein: die Masse. Denn weil ein jeder dazugehört, mag man sich diesen Spiegel nicht vorhalten. Dabei ist sie es, die die politische Dummheit am ehesten gepachtet hat, die launisch ist und verführbar, der es an Urteilskraft mangelt und an der Fähigkeit, die Folgen des eigenen Tuns zu bedenken. Die Geschichte bietet genug Exempel dafür, und jede Wahl kreiert neue. Weil aber das Volk der Souverän ist, wird auch die schüchternste Kritik an ihm sogleich als Majestätsbeleidigung aufgefaßt und getadelt…
Die dritte von Abraham Lincoln:
„Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.”

Was ist nun Dummheit, was Intelligenz. Worauf richtet man den Fokus: Auf Hitler, Meister Propper, Dieter Bohlen oder Dalai Lama? Auf Kirchentag, Fussballweltmeisterschaft oder Fanatismus? Auf abgeriegelte Palistinenser Gebiete, G8-Zaunbau oder Mauerfall?

Vielleicht „braucht” und bedingt Intelligenz die Dummheit und umgekehrt. „Ich weiß, dass ich nichts weiß”

Was wißt Ihr?

CI CD CB CC und was damit gemeint ist

Sigi 4.5.2007 | Wissen

Einen Beitrag zur Begriffsentwirrung von  Achim Schaffrina, vom designtagebuch-blog.

Ich zitiere: „Weil ich immer wieder feststelle, dass viele CI sagen aber CD meinen hier noch einmal eine Kurzinfo:

Corporate Identity umfasst die Bausteine

– Corporate Behaviour (CB)
– Corporate Communication (CC)
– Corporate Design (CD)

Alle drei Komponenten generieren gemeinsam das Corporate Image, das eine Firma nach außen trägt. Wobei der Begriff “Image” nicht im Sinne von “Bild” also etwas Visuellem zu verstehen ist, sondern vielmehr das Wort “Eindruck” meint. Das Design einer Website oder eines Logos, also alles, was sich auf Farben und Formen bezieht, ist dem CD zuzuordnen und nicht der viel umfassender angelegten CI eines Unternehmens. Nicht selten sagen mir Kunden “Wir mögen das CI übernehmen”. Sie meinen dann allerdings, dass das Design der Website, im Einklang mit den CD-Richtlinien entwickelt werden soll.”

Engelchen und Teufelchen

Sigi 3.5.2007 | Wissen

Beitrag (I) zum 3. Blogkarneval.

Gegensätze, machen das Leben spannend. Engelchen und Teufelchen, Licht und Schatten, Gut und Böse – Zentrales Thema in Philosophie, Psychologie, Ethik und Religion. Aber auch im Geschäftsleben – hier nur genannt Positiv und Negativ, Stärken und Schwächen bzw. Chancen und Risiken.

Scheint also ein wichtiges Thema zu sein. In den folgenden 5 Artikeln möchte ich speziell Weblogs, auch mit Elementen der SWOT-Analyse, betrachten. Jeder Artikel stellt ein Thema in den Mittelpunkt: Netzwerk, Suchtpotenzial, Aufwand, Qualität, Wirkung.

Beginnen möchte ich heute mit dem Schwerpunkt Netzwerk.

Netz(werk) und (Frisch)fisch stehen in Beziehung zueinander. Ob ein Netz(werk) gut oder schlecht ist, hängt davon ab, welche Art von Fische man/frau fangen möchte. Zählt die Masse oder die Qualität? Kann Netzwerken auch Überfischen bedeuten? Also kurzfristiger Erfolg auf Kosten langfristiger Ressourcen? Ohne Zielvorgabe gibt es für mich keine sinnvolle Beurteilung von Netzwerken: Soll das Netzwerk Business generieren und muss sich deshalb mit anderen Marketinginstrumenten messen (Aufwand/Nutzen) lassen; oder geht es um die „Nestwärme” in der Gemeinschaft der Blogger; oder geht es darum ganz spezielle Kontakte zu knüpfen; oder geht es um Information; oder geht es um Alles zusammen –Bloggen als Eierlegendewollmilchsau (die bekanntermaßen marketingstrategisch heutzutage nicht funktioniert)?

Man könnte aber auch provokativ fragen: Welche Blogger verdienen „fett Geld” durchs Bloggen (Wenn ich die Diskusion verfolge, für welche Summen selbst ein A-Blogger käuflich wäre oder wie hoch die Bereitschaft ist, Fremd-Anzeigen auf seinem Blog zu schalten, scheinen es sehr wenige)? Dagegen scheint die Anerkennung in der Szene und der Spass an dem Medium eine große Rolle zu spielen. (Es soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass ich das ablehne und das „Geldverdienziel” über andere stelle). Aber wenn ich einen Gedanken von Marketeasing aufgreife, kommt es für den Geschäftserfolg (und der misst sich halt auch irgendwie am Geldbeutel) auf die „Fans” im Beziehungsnetzwerk an und nicht auf die Wackelkanidaten der C-Kunden und -Interessenten. Eigentlich wie im „richtigen” Leben. 3 gute Freunde bringen mehr als 100 Partybekanntschaften. Hier gibt es interessante Untersuchungen, dass stabile Gemeinschaften (Vom Naturvolk, über Verschwörungen bis hin zu Businessseilschaften) häufig zwischen 40 -50 Personen haben. Das scheint eine natürlich-biologisch und weniger eine kulturelle Gesetzmäßigkeit zu sein.

Weiter ist zu überlegen, ob Blogger (als überwiegend kleine Dienstleister) überhaupt im großen Umfang Aufträge (an andere Blogger) vergeben? Oder generieren Blogger nicht viel häufiger Aufträge außerhalb der Szene?

Auf der anderen Seite ist es unzweifelhaft, dass Bloggen interessante und viele Kontakte generiert, eine gute Möglichkeit ist Kompetenz zu zeigen, das Netzwerk schnell vergrößert, das Suchmaschinenranking verbessert. Vor allem, wenn es professionell mit einem gewissen Zeitaufwand und Qualitätsanspruch geschieht.

Als einer, der beim Bloggen noch nicht allzu lange dabei ist – aber seit über 20 Jahren mit Marketing und Kommunikation seine Brötchen verdient – erlaube ich mir folgendes Fazit: Für wen Bloggen passt (Spass am Schreiben, gutes Konzept und Inhalte, Durchhaltevermögen,…) wird damit sein Netz stärken. Blogs sollten aber nicht überschätzt (Aufwand/Wirkung) werden und als eine Netzwerkplattform im Verbund gesehen werden werden. Wie heißt es denn so schön: „Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile”.

Beim nächsten Beitrag geht es dann um das Suchtpotenzial.

Frischfisch vom Blogspot Blogger – das war einmal

Sigi 22.3.2007 | Beifang, Frisch-Witz, Kommunikation, Ressourcen, Strategie, Wissen, Ziele

http://buetefisch.blogspot bleibt an der Mole und wird zum Frischfischmuseum.

Frischen Frischfisch finden Sie künftig hier. Dazu noch einige alte Artikel, die wir übernommen haben um diesen Blog zu testen. (Die Kommentare haben wir nicht übernommen). Allen Beteiligten die geholfen haben Frischfisch in WordPress zu ermöglichen vielen Dank.

Frühwarnsystem gegen den Informations-Tsunami.

Sigi 17.2.2007 | Wissen

Informationskompetenz wird die Schlüsselkompetenz für Organisationen und jeden einzelnen werden, glaube nicht nur ich. Denn ohne Information geht es nicht und mit zuviel auch nicht.

Sie können Ihre „Deiche” erhöhen mit folgenden 5 Fragen:

1) Ist die Information wichtig? Hilft sie mir weiter, verändert sie etwas, bringt sie mich meinen Zielen näher, gibt Sie mir Impulse?

2) Ist die Information „richtig”? Ist sie glaubwürdig, ist der(die)jenige kompetent, was ist die Quelle, welche (Eigen)interessen werden verfolgt?

3) Ist die Information ausreichend? Brauche ich noch weitere Informationen, wann habe ich genug Informationen?

4) Was mache ich aus der Information praktisch? Wie werde ich aktiv, was verändere ich?

5) Wie integriere ich die Information in mein Wissennetz? Wie speichere ich sie ab oder gebe sie weiter?

Testen Sie einmal Ihre heute „eingehenden” Informationswellen mit diesen Fragen. Was könnte getrost hinter dem Deich bleiben? Zum Schluss machen wir Ihnen jetzt richtig Angst. Denn die Wellen werden höher werden. Garantiert. Denn auch die Informationsklimaveränderung hat begonnen.

   
   
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