Sigi Bütefisch, Dipl. Grafik-Designer, Trainer und Coach.
Sein täglich Fisch: Marketing und Kommunikation für Verbände, Firmen
und Selbstständige — vom ganzheitlichen Konzept bis zur Umsetzung.
 
 

Archiv nach Themen | Kommunikation

Gut und Böse nicht nur in der Kommunikation

Sigi 8.2.2009 | Kommunikation

Jedem ist der Schlüssel zum Himmel gegeben. Der gleiche Schlüssel öffnet die Tür zur Hölle.
To every man is given the key to heaven.The same key opens the gates to hell.

Richard Feynman, Physiker, Lecture 1963: „The meaning of it all“

Damit haben wir die Verantwortung. Wozu benützen wir den Schlüssel. Wie nutzen wir unsere Sprache, unsere Worte – zum ermutigen oder zum niedermachen. Hören, sehen (und lesen) wir einmal genau hin. Was macht den Unterschied zwischen Obama, Dieter Bohlen, Mehdorn und Klinsmann…?

Vom Sinn und Unsinn eines CIs bzw CDs

Sigi 7.6.2008 | Kommunikation

Zunächst ein sehr guter Artikel ( von Gerrit van Aaken zwar schon 2005 geschrieben, aber er ist immer noch aktuell) zur notwendigen Begriffserklärung. Denn CI (Corporate Identity) oder das CD (Corporate Design) gehört zu den Begriffen,die verwendet werden, ohne genau zu wissen, was sie eigentlich bedeuten.

Nehmen wir hier lieber den aussagekräftigen Begriff „durchgehendes Erscheinungsbild” für das CD, das Corporate Design.

Es steht außer Frage, dass es Sinn macht bestimmte Elemente (Farben, Schriften, Logo, Größenverhältnisse,…) immer wieder zu verwenden. Nur so ist Wiederekennung möglich – eine Grundbedingung für erfolgreiche Werbung. Den Gestaltung nach dem Kraut und Rübenprinzip ersetzt notwendige Ordnung durch Beliebigkeit.

Jetzt kommt ein großes ABER, denn Ordnung ist nur das halbe Leben. Das lässt sich leicht wahrnehmungspsychologisch belegen. Deshalb stelle ich Euch die Frage: Erkennt Ihr Eure Partner, Eure Freunde, Eure Kinder?

Sicher, und das völlig unabhängig von der Kleidung –Ihr erkennt sie sogar nachts und von hinten. Sechs Merkmale reichen dem Gehirn, um Gesichter sicher zu identifizieren, um sie wiederzuerkennen – das belegen Tests und Studien. Es ist sogar so, dass die Aufmerksamkeit steigt, wenn das Wiedererkennen nicht ganz so einfach möglich ist. Ähnlich wie eine nicht so gute Telefonverbindung die Aufmerksamkeit steigert. Varianten (vgl. Google Logos zu Festtagen fallen mehr auf als das normale) steigern sogar die Aufmerksamkeit und damit die Wiedererkennung. Und würde Euch gefallen, wenn jemand tagaus tagein immer die gleiche Dinge an hätte? Fazit, zur Wiedererkennung braucht es viel weniger CD als oft angenommen.

Nachdem das erste Argument nicht sticht, können die Vertreter eines durchgestylten CDs die Ästhetik ins Feld führen: „Aufgeräumtes, durchgestaltetes Design bei dem alles zusammenpasst sieht einfach besser aus. Layouts, die streng nach Gestaltungsleitfaden gestaltet sind, zeigen Professionalität.” Das stimmt zweifellos, lassen Sie einmal einen „Nichtgrafiker” etwas gestalten! Und trotzdem wieder ein ABER. Ist streng nach CD-Gestaltetes automatisch professioneller im Emotionen wecken, im Auffallen, im Verkaufen? Oder gilt oft das Gegenteil. Denn alles was zu „glatt”, zu „kalt”, zu professionell rüberkommt, schafft Distanz. Aalglatt, perfekt gescheitel steht nicht gerade für Wärme und Sympathie. Und das braucht um Beziehungen aufzubauen, um erfolgreich zu werben – denn damit verdienen wir letzendlich unsere Brötchen.

Noch ein Argument für ein klares CD. Durchgestaltete Dinge sind aufgeräumter und klarer – und dadurch besser lesbar. Das stimmt, ABER nur wenn es nicht übertrieben wird. Denn wenn es zu formal wird, dann tritt das Gegenteil ein. Es ist dann so aufgeräumt und reduziert, dass die Form den Inhalt dominiert. Schriftgrößen, die zu klein sind oder Abstände (beispielsweise zwischen Textblöcken und Überschriften) welche die Lesbarkeit erhöhen würden, werden den mathematischen Verhältnissen und der Ästhetik zuliebe „geopfert”. Die Wahrnehmungspsychologie wird mit Füßen getreten – meist nicht mit Absicht, sondern weil manche Gestalter einfach nichts davon verstehen. So kann ein CD höchst ästhetisch sein – und gerade deshalb das Ziel gelungene Kommunikation verfehlen.

Und ist nicht Ästhetik sehr stark subjektiv und stetigen Veränderungen unterworfen – kulturellen, modischen, soziologischen und persönlichen?

CD selektiert Zielgruppen – noch ein häufig gehörtes Argument für ein CD. Mit einem bestimmten Erscheinungsbild kann selbstverständlich eine bestimmte Zielgruppe selektiert werden. Trendig Gestaltetes lässt Opa und Oma hinterm Ofen sitzen – bei der Individualisierung unserer Gesellschaft ist das aber gar nicht mehr so sicher. Eine 60-jährige, die mit Ihren Piercings Ihren Enkeln Konkurrenz macht, fällt u.U. durchs Raster der klassische Zielgruppen- und Marktanalyse. Nicht umsonst gewinnt ein Denken in Beziehungsnetzwerken statt in Zielgruppen immer mehr an Bedeutung. Gucci und Aldi, Fussball EM-Fähnchen am Auto und Bregenzer Festspiele, Vorstände von DAX-Unternehmen-Vorstände und trotzdem Stasi-Spitzelambitionen ,… die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Warum ich trotzdem für ein durchgestaltetes Erscheinungsbild (welches sich ABER durchaus anders präsentieren kann und mehr Spielräume offen lässt!) bin, , lest Ihr nächste Woche…

Alle kommunizieren gut

Sigi 31.5.2008 | Kommunikation

Bernd Röthlingshöfer, den ich sehr schätze, hat das lesenwerte Karsruher Manifest für faire Kommunikation veröffentlicht:

„Wir haben es satt, von Spam, Lügen und Bullshit belästigt zu werden. Es nervt uns, wenn uns Banner die freie Sicht auf Webseiten versperren. Wir wollen nicht eine Tonne Werbemüll als Altpapier entsorgen müssen. Wir hassen Gewinnspielanrufe. Wir wollen nicht mit Telefonrobotern sprechen. Wir sind es leid, immer nur Kunden und nie Menschen zu sein. Wir haben das Recht unseren Informationsmix selbst zu bestimmen.…”

Nicht desto trotz frage ich mich, was wäre, wenn alle Menschen fair wären, oder zunächst „nur” fair Kommunizieren? Ist das realistisch, die Welt der Gutmenschen. Und macht faire Kommunikation die (Werbe)Welt besser (vgl. Alles wird besser”)?

Wenn ich ehrlich bin, profitiere ich sogar vom Werbemüll und der doofen Werbung – wir können uns so profilieren und es anders machen. Also viel Feind, viel Ehr – auch für dich Bernd.

Und bin ich, sind wir deswegen die „guten (Werbe)Menschen”? Bin mir nicht so sicher.

Lauschen

Sigi 2.5.2008 | Kommunikation

Lauschen. Ein Wort, welches aus der Mode gekommen scheint. Ein Wort, welches durch große und kleine Lauschangriffe diskreditiert wird.

Lauschen, ein Begriff der Lyrik? Und wer lauscht im Berufsalltag? Zuhören ja, aber lauschen. Denn besser Zuhören hat einen Nutzen, macht die Kommunikation besser. Aber was bringt lauschen?

Dazu eine Indianerweisheit der Lakota:

Lausche stehts auf die Welt,
wie ein Kind, das über alles staunt.
Hege ein Gefühl der Liebe und Bewunderung für die gesamte Schöpfung,
vom winzigsten Grashalm bis zum entferntesten Gestirn.
So wirst du die verloren gegangene Harmonie wiederfinden.

Eine Nacht im Schlafsack, fern von „Kulturgeräuschen” läßt mich persönlich immer wieder Lauschen erfahren – und den Unterschied zum Zuhören des Alltags spüren. Was wäre, wenn wir auch im Berufsalltag zum Lauschen kämen. Auf was könnten wir lauschen? Auf Computerlüfter, Gesprächsfetzen, u.ä. Was würde passieren, wenn wir ins lauschen, ins staunen kommen. Würden sich dann manche Dinge verändern? Lausch-Show, statt Talk-Show?

Aufmerksamkeittest

Sigi 4.4.2008 | Kommunikation

Habe heute bei Bernd Röthlingshöfer ein nettes Video dazu gefunden. Zwei Minuten, die sich lohnen.

Führung – Zerren oder Tanzen

Sigi 3.4.2008 | Kommunikation

…an was misst sich gute Führung, welches Kriterien stehen für Führungsqualität?

Zunächst drei Beispiele.

Eseltreiber. Wenn es dem „Eseltreiber” gelingt Art, Dauer und Richtung der Bewegung zu bestimmen ist der Esel „führig”. Meistens braucht es um das Ziel zu erreichen Strick, Karotte und Gerte. Kompetenz kann durch die Stärke des Arms und die Schwäche des Esels kompensiert werden.

Dressurreiter. Art, Dauer und Richtung der Bewegung werden durch kaum wahrnehbare Hilfen koordiniert. Reiter und Pferd scheinen als Einheit.  Und doch gibt es keine gleiche Augenhöhe, keine „ebene” Kommunikation. Der Reiter ist der Kopf,  das Pferd die Kraft. Das Pferd reagiert, der Reiter agiert.

Tänzer. Auch hier misst sich die Qualität an Art, Dauer und Richtung der Bewegung. Aber wichtige Punkte kommen dazu: Leichtigkeit, Harmonie, Balance, Ausdruck, Freude, Eigenmotivation, Schönheit. Dazu braucht es Training, Begabung, Gefühl und Einfühlungsvermögen auf den anderen.

(Personal)führung bewegt sich meistens zwischen den Polen eines hierachischen und eines diskutiven Führungsstils. Problem des hierachischen Prinzips ist oft der Kräfteverschleiß durch Widerstand und die fehlende Eigenverantwortung. Problem des diskutiven Führungsstils ist häufig die Ineffizienz und ebenfalls ein schleichender Kräfteschwund durch weichgespülte Polarität.

Eine tänzerische Führungskultur ist selten. Vielleicht auch deshalb, weil Tanz Tänzer braucht. Menschen, die sich nicht nur mit dem Verstand, sondern sich komplett einbringen – mit ihren Gefühlen, ihrer Seele, ihrer Körperlichkeit. Menschen, die Führung übernehmen und sich führen lassen. Menschen, die sowohl geben als nehmen. Menschen die sowohl groß- als auch klein sein können. Eine Führungskultur, welche vor allem auf Fakten, Funktionalität, und Vorwärts setzt, kann nur bis an die nächste Wand tanzen. Oder vielleicht sollte man auch besser von einer Managementkultur sprechen. Denn gutes Management bedeutet Abläufe professionell und zielführend zu organisieren. Führung dagegen bedeutet Menschen zu bewegen, und sich zugleich als Teil des Systems zu sehen und einzubringen.

Ich persönlich finde: Zuviel Pflicht und zuwenig Kür ist auf die Dauer demotivierend und unattraktiv. Ab dem Zeitpunkt, wo die Menschen „aussteigen”, die „Befindlichkeit” in die Knie geht weil elemtare Bedürfnisse vernachlässigt werden, wird die Entwicklung auch wirtschaftlich ungesund.

Was wäre, wenn immer mehr Macher tanzen und Traumtänzer fest stehen lernen würden? Was wäre, wenn mehr Menschen Mut zu einer fairen Auseinandersetzung mit klaren Ende hätten, statt im Dauerclinch auf zweifelhafte Punktsiege zu hoffen. Was wäre, wenn jeder zunächst bei sich, statt bei den anderen nach Lösungen zu suchen beginnen würde…

Liechtenstein und die Folgen

Sigi 23.2.2008 | Kommunikation

Jeder kennt das alte Märchen vom Fischer und seiner Frau. Mann/Frau kann nicht genug bekommen. Mich interessiert heute weniger das Thema Gerechtigkeit, sondern was dieser „Skandal” (der niemand wundern sollte, der Menschen kennt, Märchen und Geschichtsbücher liest) für Führung und systemische Kultur in Unternehmen und Gesellschaft bedeutet. Dazu eine alte taoistisches Weisheit:

Den wirklich guten Führer nimmt man nicht war.
Darunter stehen jene, die man liebt und verehrt.
Darunter jene, die man fürchtet und hasst.
Darunter jene, die man verlacht.

Diese Sätzen zeigen: Menschen erwarten damit von Führungskräften sehr viel. Dabei spielt es keine Rolle, dass sie selbst diesen Maßstäben nicht gerecht werden.

Folglich ist, wenn Führungskräfte straucheln, der „systemische Schaden” größer  als der finanzielle. Und doch hat diese Entwicklung auch etwas gutes – die Kriterien, was eine gute Führungskraft ausmacht werden sich verschieben.

Henne oder Ei

Sigi 12.1.2008 | Kommunikation

Nachtrag zu gestern. Was braucht es zuerst? Eine positive Sicht der Dinge oder den Erfolg um positiv denken zu können? Oder macht hier die lineare Betrachtung Ursache/Wirkung in einem Entwicklungsprozess wenig Sinn – ähnlich der bekannte Frage nach der Henne und dem Ei?

Dazu ein Artikel in Spiegel online mit einer spannenden Untersuchung. Anhand der Gesichter der Manager wurde erstaunlich genau auf den Erfolg der jeweiligen Firma geschlossen. Das erinnert mich an eine psychologische Studie, wo über 5000 Befragten (eine ethnisch, kulturell und sozial völlig bunt gemischte Gruppe!) zum Ausgang der Präsidentenwahl eines ihr unbekannten Landes befragt worden sind. Die Teilnehmer bekamen nur kurze Videoausschnitte und Bilder zu sehen, konnten nicht recherchieren, sondern mussten sich unmittelbar entscheiden. Das Ergebnis spiegelte in etwa den Ausgang der Wahl wider.

Nichtsdestotrotz möchte ich mit diesen Beispielen auf die meist sektiererische Seite der Positiv-Denker-Fraktion stellen – vor allem, weil hier häufig nur der Erfolg in den Fokus gerückt wird . Mir kommt es darauf an, dass wir bei allen methodischen Ansätzen die wir einsetzen um Dinge zu verändern (z. B. auch Mundpropaganda) unser Selbst und damit unseren persönlichen Beitrag nicht aus den Augen zu verlieren.

Vereinfacht: Nicht Methoden und Abläufe sind für das Ergebnis entscheidend, sondern wie das „Gesamtsystem Mensch” oder das „Gesamtsystem Gruppe”mit diesen Dingen umgeht.

MundzuMundPropaganda

Sigi 11.1.2008 | Kommunikation

Nach dreiwöchiger Blog-Pause geht es heute am Frischfischtag um das neue Taschenbuch von Bernd Röthlingshöfer

Mundpropaganda Marketing.
Was Unternehmen wirklich erfolgreich macht

Es geht um:

  • Was ist eigentlich Mundpropaganda?
  • Was „bringt” dieser Ansatz Unternehmen?
  • Was kann ich dafür tun, dass Mundpropaganda funktioniert.

Ich finde dieses ein wirklich gutes Buch für alle, die sich mit Marketing und Werbung beschäftigen. Viele Praxisbeispiele veranschaulichen die theoretischen Überlegungen. Für diejenigen, die „Marketeasing” (für mich etwas „kurzweiliger” geschrieben) und andere Veröffentlichungen von Bernd schon gelesen haben, finden teilweise bekannte Argumentationen für neue Konzepte in der Werbebranche.

Nach soviel Lob noch einige Gedanken. Das Thema verdient für mich persönlich noch mehr Tiefgang als
die Frage: „Wie schaffe ich es Produkte, Dienstleistungen und Meinungen zu „geschickt zu verkaufen”? Erfolgreich zu werben mit einem Marketingkonzept, welches letztendlich nicht kontrollierbar ist und sich damit von vielen strategischen „Old-Shool-Konzepten”, wie Bernd sie nennt, unterscheidet.

Deshalb wird es nun gleich etwas philosophisch. Dazu ein Zitat:

Kommunikation ist nicht ein wechselseitiges Entschlüsseln von Signalen,…sondern eine synchronisierte Parallelaktion (Prof. Dr. med. Bernd Fischer)

Das heißt, Erklärungen für erfolgreiche Mundpropaganda nicht nur in der (Werbe)psychologie und Soziologie zu suchen und finden, sondern eine Ebene tiefer zu gehen: In die Welt der Hirnforschung, Quantenphysik, Kybernetik und Chaostheorie. Was veranlasst „Leben” sich zu organisieren, sich zeitweise in eine Richtung zu „denken”? Warum „schwingen” wir uns manchmal ein, manchmal nicht? Warum können/wollen wir intuitiv fühlen und verstehen, was andere fühlen und denken? Die alten Sender-Empfänger Kommunikationsmodelle geben darauf keine schlüssige Antwort – auch wenn sich strategisch mechanisches Denken (noch) gut verkaufen lässt. Menschliches Verhalten zu verstehen zu wollen, bringt immer wieder neue Theorien hervor: Von Spiegelneuronen und der fraktalen Affektlogik über morphologische Felder bis hin zu Superstringtheorien.

Für mich ist es ein Stück so, dass wir nach Erklärungsmodellen suchen, weil wir letztentlich das Unerklärliche verstehen und mit diesem Wissen aktiv unsere (Werbe)welt getalten wollen. Und gehen wir noch tiefer, dann landen wir vielleicht, sogar bei philosophischen oder spirituellen Fragen – ähnlich Quantenphysikern, die eigentlich nur reine „Naturwissenschaft” machen wollen. Plötzlich sind wir dann bei Glaubensätzen, bei Weltanschauung, bei unserer Persönlichkeit aber auch bei Ethik und Werten.

Und damit schließt sich für mich der Kreis. Denn wer „mächtige Werkzeuge” – und dazu gehört Propaganda zweifelslos – einsetzt, sollte sich mit seiner Verantwortung auseinandersetzen. Dann geht es nicht mehr nur darum, wie das „Außen funktioniert”, (das Marketing, die Menschen), sondern wie wir selbst „ticken”. Und damit wird die Grenze zwischen unserem Erfolg im Markt und unserem eigenen Denken immer durchlässiger.

Dann kommt es nicht nur auf ein gutes Konzept an, welches ich für mich und mein Unternehmen „anlesen” oder „einkaufen” kann, sondern auf mich selbst. Ob Mundpropagande (und vieles andere) erfolgreich „funktioniert” und passt, hat damit seinen Bezug zum eigenen Denken und Fühlen.

Wer Duschen, aber nicht nass werden möchte, wer nicht die Verantwortung für sein „Werben” übernehmen möchte, steht sich im Weg. Vielleicht „funktioniert” deshalb auch unser Ansatz Marketing und Persönlichkeits-/Organisationsentwicklungs zu verbinden und damit positive Veränderungen zu iniziieren.

MannFrau braucht Nuss nicht nur zu Nikolaus

Sigi 7.12.2007 | Kommunikation, Ressourcen

…sondern auch als Symbol für gute Präsentation und gelungene Kommunikation. Warum?

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Das Nahrhafte der Nuss ist der Kern. Hüllen und Gehäuse machen nicht satt, manchmal sogar braune Finger wie bei der Walnuss. Wenn Sie das nächste Mal „Information” verpacken müssen, denken Sie also an die Nuss:

  1. Es ist der Sinn einer – auch noch so ästhetischen und praktischen – „Verpackung” den Inhalt zu schützen und zu transportieren. Hüllen sind kein Selbstzweck. (Ja, liebe Gestalter: das ist vielleicht traurig aber wahr)
  2. Dennoch, es braucht „Verpackung” auch zum Interesse wecken. Ist die „Schale” aber zu dick und zu schwierig zu knacken, verliert der Angesprochene das Interesse. (Also macht es nicht zu kompliziert und pseudo kreativ)
  3. Die „Verpackung” muss auf den Inhalt schließen lassen. Eichhörnchen interessieren sich beispielsweise nicht für Muscheln. (Also keine Mogelpackungen und Nüsschen für diejenigen, die keine mögen)
  4. Eine gute „Verpackung” sollte Lust auf und beim Auspacken machen. (Aber wer Hunger hat, möchte nicht allzu lang damit beschäftigt sein!)
  5. Nusskerne sind hoch konzentriert an Nährstoffen. Nichts ist aufgeblasen und verwässert. So sollte auch der Inhaltskern sein. Schmackhaft und auf den Punkt gebracht. Dazu sind die drei Ws wichtig. Um Was geht es? Weshalb lohnt sich die Information, also was ist der Nutzen? Wie ist der weitere Ablauf (z. B. bei einer Präsentationseinleitung) oder wie soll/kann ich aktiv werden, wie finde ich weitere Informationen (z.B. bei der Mediengestaltung)?
  6. Nussliebhaber mögen es durchaus auch kompliziert. Nüsschen mit Beilagen und Schokoguss haben durchaus ihre Berechtigung – meistens aber erst, nach dem der erste Hunger gestillt ist. Das ist bei der Kommunikation ähnlich. Wer Lust auf MEHR hat, sucht, möchte und braucht nicht nur den Kern der Information.

Überlegen Sie die Tage nach Nikolaus einmal: Was bekommen Sie im täglichen „Infosack” so alles auf den Teppich geschüttet. Kerne, Verpackung, alte oder frische Nüsse? Und was machen Sie mit dem Zuviel. Einfach weitergeben oder -schenken? Und wie dann – ungeknackt oder entfernt Sie die Schalen? Und geben Sie Info-Nüsse nur an solche weiter, die diese auch mögen? Und beschäftigen Sie sich im Tagesablauf mehr mit den Schalen oder mit den Kernen – und wo werden eigentlich Schalen und Gehäuse entsorgt?

Es steckt also nicht nur Nahrhaftes, sondern auch ganz schön viele Fragen in einer Nuss. Und da Nüsse knacken Zeit kostet und zuviele dick machen, werde ich in nächster Zeit nur fischtägig freitags bloggen.

   
   
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