Sigi Bütefisch, Dipl. Grafik-Designer, Trainer und Coach.
Sein täglich Fisch: Marketing und Kommunikation für Verbände, Firmen
und Selbstständige — vom ganzheitlichen Konzept bis zur Umsetzung.
 
 

Kunst der Überzeugung: heute Macht verkauft

Warum gibt es den Starkult? Warum suchen Menschen den Kontakt zu Mächtigen? Warum warten viele stundenlang an Absperrungen, um die Obamas der Welt zu sehen? Warum leben Zeitschriften davon, den wahren und unwahren Klatsch über Prominente zu publizieren? Warum kann Jogi Löw mehr recht als schlecht Nivea-Produkte im Fernsehspot „verkaufen“ oder Manfred Krug Telekomaktien, die keine Rendite bringen?


Vorsicht, wenn Sie nun meinen, Sie wären gegen die Faszination und Beeinflussung von Stars und Sternchen gefeit. Es kann auch daran liegen, dass Sie nur den Mainstream und bestimmte Werte ablehnen. Was wäre, wenn eine berühmte Persönlichkeit, die Sie schätzen, eine bestimmte Ansicht vertritt oder mit einem bestimmten Produkt in Beziehung gebracht wird – und ohne, dass sich diese Persönlichkeit als Werbeträger instrumentalisieren (oder deutlicher: kaufen) hat lassen? Ob Sie von bestimmten VIPs beeinflusst werden können, hängt damit zusammen, ob Sie die Lebensleistung und Werte dieser Persönlichkeit schätzen oder nicht! Dann wird auch für Sie Bekanntheit und Macht zur „Auszeichnung“ und zum Beweis vieles richtig gemacht zu haben. Und denken Sie immer daran, dass Beinflussung immer weitaus mehr eine Sache des Unbewussten als des Intellekts ist.

Vielleicht ist unser Verhältnis zur Macht ein bewährtes Überbleibsel seit unserer Frühgeschichte. Wenn ich das tue, was die Mächtigen für gut finden, gehe ich der Keule aus dem Weg. Wer mehr Macht hat kann mir mehr Ärger machen. Gleichzeitig ist der Stärkste als Freund und Verbündeter eine gute Lebensversicherung. Und damit sind wir vielleicht schon bei der aktuellen politischen Lage Italiens. Warum kann ein Berlusconi die Dinge tun, die er tut? Warum steigen „Speichellecker“ auf mancher Karriereleiter schnell nach oben? Und warum haben gefallene Mächtige kaum mehr Freunde? Warum freuen sich viele, wenn C-Promis im Dschungelcamp fallen, direkt in die Kakerlaken. Menschen definieren Ihre Position durch Machtverhältnisse – das klingt nicht sonderlich schön, ist aber die Realität.

Tatsache ist, dass wir nicht nur von Macht beeinflusst werden, sondern auch von den Symbolen der Macht und Stärke: von Autos, Muskeln, Geld, Jachten und Villen, aber auch von den „Platzhaltern“ wie bespielsweise von schnellen und starken Tieren, von einem hohen Berg, von einem spektakulären Naturereignis wie Wellen oder Sturm . Ein Leopard „verkauft“ besser als eine Filzlaus, eine Adler besser als ein Spatz. Und auch diejenigen, die sich sich für die Entmachteten und Schwachen einsetzen, werden von diesen Symbolen „angetriggert“. Und so berührt uns der vermeindlich Schwache, der die Starken besiegt – egal ob mit Schleuder und Kieselstein wie David, brutal mit dem Messer wie Rambo oder mit Worten wie Mahatma Gandi – ganz besonders. Die größten Helden und designierten Mächtigen sind seit jeher diejenigen, die gegen eine Übermacht siegen.

Macht ist also emotional mächtig und damit ein scharfes Werkzeug der Beeinflussung.

Beobachten Sie es einmal in den nächsten Tagen wo die „Macht“ lauert: Wie Sie mit ihr umgehen, wie Sie ihr aus dem Weg gehen, wie Sie ihr hinterherlaufen.

   
   
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