Ich bin doch nicht blöd
deswegen ist meine Meinung die richtige! Ich weiß, was richtig ist – vom Einkauf im Mediamarkt über die Gründe der Finanzkrise bis zur richtigen Ernährung.
Mit dieser „ich bin doch nicht blöd” Einstellung werden die meisten Gespräche geführt – die Ergebnisse sind entsprechend (blöd). Vielleicht kommt ein Teil der Politikverdrossenheit, der Unglaubwürdigkeit der Führungseliten durch diese Art des „ich bin doch nicht blöd, die anderen schon” argumentierens.
Was wäre, wenn „das sachliche Gewicht der anderen Meinung” in Erwägung gezogen würde? Ich mich dafür interessieren würde, wie der andere zu seiner Ansicht kommt? Das heißt zuhören, verstehen wollen.
Und ein schöner Zusatznutzen dabei: Ich merke damit, ob noch die „Sache”, der Inhalt im Fokus der Diskusion steht oder die Beziehungsebene (die nicht unwichtiger ist!). Dazu ein schöner Satz vom bekannten Philosophen Hans-Georg Gadammer:
„Ein Gespräch führen heißt, sich unter die Führung der Sache stellen, auf die die Gesprächspartner gerichtet sind. Ein Gespräch führen verlangt, den anderen nicht niederzuargumentieren, sondern im Gegenteil das sachliche Gewicht der anderen Meinung wirklich zu erwägen. […]



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