Sigi Bütefisch, Dipl. Grafik-Designer, Trainer und Coach.
Sein täglich Fisch: Marketing und Kommunikation für Verbände, Firmen
und Selbstständige — vom ganzheitlichen Konzept bis zur Umsetzung.
 
 

MundzuMundPropaganda

Nach dreiwöchiger Blog-Pause geht es heute am Frischfischtag um das neue Taschenbuch von Bernd Röthlingshöfer

Mundpropaganda Marketing.
Was Unternehmen wirklich erfolgreich macht

Es geht um:

  • Was ist eigentlich Mundpropaganda?
  • Was „bringt” dieser Ansatz Unternehmen?
  • Was kann ich dafür tun, dass Mundpropaganda funktioniert.

Ich finde dieses ein wirklich gutes Buch für alle, die sich mit Marketing und Werbung beschäftigen. Viele Praxisbeispiele veranschaulichen die theoretischen Überlegungen. Für diejenigen, die „Marketeasing” (für mich etwas „kurzweiliger” geschrieben) und andere Veröffentlichungen von Bernd schon gelesen haben, finden teilweise bekannte Argumentationen für neue Konzepte in der Werbebranche.

Nach soviel Lob noch einige Gedanken. Das Thema verdient für mich persönlich noch mehr Tiefgang als
die Frage: „Wie schaffe ich es Produkte, Dienstleistungen und Meinungen zu „geschickt zu verkaufen”? Erfolgreich zu werben mit einem Marketingkonzept, welches letztendlich nicht kontrollierbar ist und sich damit von vielen strategischen „Old-Shool-Konzepten”, wie Bernd sie nennt, unterscheidet.

Deshalb wird es nun gleich etwas philosophisch. Dazu ein Zitat:

Kommunikation ist nicht ein wechselseitiges Entschlüsseln von Signalen,…sondern eine synchronisierte Parallelaktion (Prof. Dr. med. Bernd Fischer)

Das heißt, Erklärungen für erfolgreiche Mundpropaganda nicht nur in der (Werbe)psychologie und Soziologie zu suchen und finden, sondern eine Ebene tiefer zu gehen: In die Welt der Hirnforschung, Quantenphysik, Kybernetik und Chaostheorie. Was veranlasst „Leben” sich zu organisieren, sich zeitweise in eine Richtung zu „denken”? Warum „schwingen” wir uns manchmal ein, manchmal nicht? Warum können/wollen wir intuitiv fühlen und verstehen, was andere fühlen und denken? Die alten Sender-Empfänger Kommunikationsmodelle geben darauf keine schlüssige Antwort – auch wenn sich strategisch mechanisches Denken (noch) gut verkaufen lässt. Menschliches Verhalten zu verstehen zu wollen, bringt immer wieder neue Theorien hervor: Von Spiegelneuronen und der fraktalen Affektlogik über morphologische Felder bis hin zu Superstringtheorien.

Für mich ist es ein Stück so, dass wir nach Erklärungsmodellen suchen, weil wir letztentlich das Unerklärliche verstehen und mit diesem Wissen aktiv unsere (Werbe)welt getalten wollen. Und gehen wir noch tiefer, dann landen wir vielleicht, sogar bei philosophischen oder spirituellen Fragen – ähnlich Quantenphysikern, die eigentlich nur reine „Naturwissenschaft” machen wollen. Plötzlich sind wir dann bei Glaubensätzen, bei Weltanschauung, bei unserer Persönlichkeit aber auch bei Ethik und Werten.

Und damit schließt sich für mich der Kreis. Denn wer „mächtige Werkzeuge” – und dazu gehört Propaganda zweifelslos – einsetzt, sollte sich mit seiner Verantwortung auseinandersetzen. Dann geht es nicht mehr nur darum, wie das „Außen funktioniert”, (das Marketing, die Menschen), sondern wie wir selbst „ticken”. Und damit wird die Grenze zwischen unserem Erfolg im Markt und unserem eigenen Denken immer durchlässiger.

Dann kommt es nicht nur auf ein gutes Konzept an, welches ich für mich und mein Unternehmen „anlesen” oder „einkaufen” kann, sondern auf mich selbst. Ob Mundpropagande (und vieles andere) erfolgreich „funktioniert” und passt, hat damit seinen Bezug zum eigenen Denken und Fühlen.

Wer Duschen, aber nicht nass werden möchte, wer nicht die Verantwortung für sein „Werben” übernehmen möchte, steht sich im Weg. Vielleicht „funktioniert” deshalb auch unser Ansatz Marketing und Persönlichkeits-/Organisationsentwicklungs zu verbinden und damit positive Veränderungen zu iniziieren.

   
   
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