Sigi Bütefisch, Dipl. Grafik-Designer, Trainer und Coach.
Sein täglich Fisch: Marketing und Kommunikation für Verbände, Firmen
und Selbstständige — vom ganzheitlichen Konzept bis zur Umsetzung.
 
 

Braucht Gestaltung Harmonie oder Gegensätze

oder beides?

„Viele, verschieden gestimmte Saiten geben erst Harmonie” schrieb Eichendorff und bringt damit eine Gestaltungsregel auf den Punkt: Gestaltung braucht Vielfalt,  Differenzierung und Kontraste. Nur dann kann Neues, ein harmonisches Ganzes
( wobei natürlich „harmonisch” relativ ist) entstehen .

Stellen Sie sich vor, Sie laufen einen geraden, ebenen Weg durch einen gleichförmigen Fichtenwald. Ein Baum gleicht dem anderen, jeder Schritt dem anderen. Viele würden diese ruhige Atmosphäre der geringen Kontraste als  harmonisch wahrnehmen. Und nun stellen Sie sich plötzlich zwischen allen diesen Bäumen einen riesige rote künstliche Rose vor – oder doch lieber eine silberne Pyramide – oder das Trojanische Pferd blau-weiß-gestreift – oder etwas was Ihnen gerade in den Sinn kommt . Nun haben Sie das Material zum Gestalten. Machen Sie in Ihrer Vorstellung etwas daraus. Machen Sie einmal ein Getaltungsexperiment in Ihrer Vorstellung. Wie genau müsste (Größe, Plazierung, Farbe,…) dieser „Störer” für Sie aussehen, um trotz dieses Kontrastes zum Wald eine „harmonische” Gesamtkomposition zu ergeben. Oder braucht es vielleicht noch ein Element um diese starken Kontraste auszugleichen?
Sie merken Harmonie und Gestaltung hat immer etwas mit Beziehungen und Verhältnissen zu tun, mit Spannung, Gleichgewicht und Gewichtung. Und das im Bezug auf allen Sinneswahrnehmungen. Etwas kann sich harmonisch anfühlen, anhören und bewegen, es kann harmonisch schmecken, duften und aussehen.

Wenn Sie Lust haben nehmen Sie nun einma die Welt durch die Gestaltungsbrille wahr. Was wirkt für Sie harmonisch, was nicht – was passt und was wirkt irgendwie falsch und unpassend. Und vielleicht geht es Ihnen dann wie mir – manche Dinge sind so daneben, dass sie schon wieder gut sind.

Übrigens können Sie dieses „Gestaltungsspiel” auch auf der Beziehungenebene spielen – und dann wird es richtig spannend. Für Sie und Ihre Mitspieler. (Aber keine Sorge, wir spielen dieses Spiel schon lange, wenn auch meist unbewusst)

Und noch ein Letztes: können wir überhaupt Gestalten, wenn wir auf jegliche Wertung verzichten würden?

   
   
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