Sigi Bütefisch, Dipl. Grafik-Designer, Trainer und Coach.
Sein täglich Fisch: Marketing und Kommunikation für Verbände, Firmen
und Selbstständige — vom ganzheitlichen Konzept bis zur Umsetzung.
 
 

Denglish

Ist English und Denglisch das neue Kirchenlatein des Mittelalters? Braucht es diese „Insidersprache” um Kompetenz zu zeigen? Um dazu gehören? Um sich abzugrenzen?

Klar, Sprache ist dynamisch und Englisch die Sprache, die Brücken zwischen vielen Menschen und Kulturen möglich macht. Selbstverständlich werden so viele englischen Begriffe einfließen. Aber:

Ist jemand der Content noch Inhalt und Cash Geld nennt ein deutschtümmelnder Gestriger, jemand der sich als inkompetent „outet”?. Wäre mit einer anderen Ausdrucksweise (Ja es gibt durchaus intelligente „Humans” und potenzielle Kunden, die diese „Insider”- Sprache nicht verstehen oder mögen) vielleicht mehr Öffnung und Akzeptanz für Neues – auch für das Web 2.0, Blogging, für neue Marketingansätze und ähnliches möglich?

Zwei Beispiele zum Nachdenken:

Wie kommen Ärzte an, die Klartext statt Latein reden?
Und noch etwas historisches: Wieviel Zündstoff barg das Deutsch von der Kirchenkanzel?

Viele Fragen, doch noch interessanter ist sicherlich die Diskussion darüber.

3 Reaktionen zu “Denglish”

  1. Jan (Aysberg) | 28. August 2007, 09:30

    Ich bin zwar auch der Meinung, dass Englische Begriffe nichts zu suchen haben, wo es passende deutsche Wörter gibt. Aber wenn manch einer Englisches “verbieten” will oder sich sprachlich verrenkt, schießt er übers Ziel.

    “Votet jetzt” statt “stimmt jetzt ab” ist Müll. Ein “Content” als Synonym für “Inhalt” in einem Konzept ist dagegen ok.

    Viel schlimmer finde ich, dass die Feinheiten der deutschen Sprache immer mehr verloren gehen. Beeindruckend ist, was man selbst alles lernt, wenn man die Bücher von Sebastian Sick (Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod 1-III) liest, der online auch die Kolumne “Zwiebelfisch” betreibt. Da wird die ganze Denglisch-Diskussion nebensächlich.

  2. sigi | 28. August 2007, 15:11

    Für mich hat Denglish (auch Content!) etwas damit zu tun, dass „Feinheiten” und Ausdrucksmöglichkeiten verlorengehen. Dabei ist Grammatik nur ein Teil der Sprache ausmacht.

  3. Sprachwachtel | 29. August 2007, 23:41

    “Klar, Sprache ist dynamisch und Englisch die Sprache, die Brücken zwischen vielen Menschen und Kulturen möglich macht. Selbstverständlich werden so viele englischen Begriffe einfließen.”

    So wie bei Tchibo, wo Kleidungsstücke der Marke Mitch nur noch in englischer Sprache angeboten werden:

    http://www.tchibo.de/is-bin/INTERSHOP.enfinity/eCS/Store/de/-/EUR/TdTchParametricSearch-Start;sid=SIN0IYIlJNp1lMTwCGJ-RYGvRWZ1QglX7jI=?search_query_keyword=Mitch

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