Sigi Bütefisch, Dipl. Grafik-Designer, Trainer und Coach.
Sein täglich Fisch: Marketing und Kommunikation für Verbände, Firmen
und Selbstständige — vom ganzheitlichen Konzept bis zur Umsetzung.
 
 

Wie wird ein Team erfolgreich

Es erstaunt mich in meiner Beratungstätigkeit immer wieder: Manche Firmen und Organisationen haben Erfolg – trotz offensichtlichen Mängeln, beispielsweise im Bereich Marketing und Kommunikation. Wie kann das sein? Was unterscheidet diese Organisationen von anderen?

Warum gelingt es im Sport schwächeren Mannschaften immer wieder, Spitzenteams zu schlagen. Eine häufige genannte Erklärung: „Sie haben sich in einen Rausch gespielt”. Ähnliches gibt es auch im geschäftlichen Bereich. Mit Teams die besser „harmonieren” besser und so Mängel kompensieren.

Welche Möglichkeiten gibt es aus durchnittlichen Arbeitsgruppen Spitzenteams zu entwickeln?

Gute Erfahrung haben wir mit dem Team Management System nach Margerison-McCann® gemacht. Dieses seit 25 Jahren von den
Management-Experten und international bekannten Unternehmensberatern Charles Margerison und Dick McCann erarbeitete und empirisch begleitete Konzept kennt 9 Schlüsselfaktoren. In erfolgreiche Teams und Organisationen werden folgende Arbeitsfunktionen abgedeckt.

Das Rad der Arbeitsfunktionen:

Arbeitsfunktionen

  • Beraten – Informationen sammeln und weitergeben.
  • Innovieren – Ideen hervorbringen und mit ihnen experimentieren.
  • Promoten – Möglichkeiten erkunden und präsentieren.
  • Entwickeln – Anwendungen auswählen und planen.
  • Organisieren - Menschen und Ressourcen einsetzen und organisieren.
  • Umsetzen – Ergebnisse erzielen, Produkte und Dienstleistungen erbringen.
  • Überwachen – Prozesse und Verträge kontrollieren und Qualität prüfen.
  • Stabilisieren – Standards und Werte aufrechterhalten.

In Zentrum, als Dreh und Angelpunkt, steht dazu das

  • Verbinden – Vernetzen und Bündeln aller Funktionen.

Verbinden heißt Führen und wird zunächst vom Teamkoordinator, später manchmal (bei reifen Teams) von allen im Team wahrgenommen oder in rotierenden Verantwortlichkeiten.

Ich ergänze diese 9 Punkte gerne noch durch

  • Menscheln lassen – Fähigkeit den „guten Geist” in der Gruppe zu leben

Also, emotional die Gruppe zusammenhalten, also ein gutes Herz/Bauchgefühl, entstehen zu lassen.

Diese 9 Schlüsselfunktionen werden durch 4 Arbeitspräferenzen und acht Teamrollen (entsprechend den Arbeitsfunktionen) ergänzt:

Das Rad der Teamrollen

Kompetenzen

  • Entdecker – Kreativ sein, neue Dinge entdecken und auf den Weg bringen.
  • Organisatoren – Mit Struktur und Klarheit Dinge voranbringen und umsetzen
  • Controller – Dafür Sorgen, dass Vereinbarungen ein- und beibehalten werden.
  • Berater - Notwendige Fähigekeiten dem Team vermitteln und für Wissenstransfer sorgen.

“In einem Team, in dem jeder einzelne viel von dem tut, was er gern tut, erhöhen sich die Energie, die Begeisterung, das Engagement und die Motivation um ein Vielfaches – und dann entsteht ein Hochleistungs-Team.”

Konsequente Teamentwicklung nach diesem Modell bringt erstaunliche Veränderungen, unabhängig von Faktoren wie Bezahlung oder sonstigen Arbeitsbedingungen:

  • Weniger Abwesenheits- und Krankheitstage.
  • Geringere Fluktuation
  • Sachliger Umgang mit Schwierigkeiten, insgesamt Konfliktreduzierung
  • Bessere Kommunikation
  • Höhere Arbeitszufriedenheit und Produktivität.
  • Bessere Qualität der Ergebnisse

Gerade in Kombination mit anderen Methoden, können so in der Organisations- und Teamentwicklung große Entwicklungspotenziale genutzt werden.

3 Reaktionen zu “Wie wird ein Team erfolgreich”

  1. Andreas Reisenbauer | 9. Juli 2007, 11:49

    @Erfolg schwächerer Mannschaften:
    Betrachtet man dieses Phänomen aus dem Blickwinkel der Systemtheorie, haben diese “Erfolge” eine klare Ursache. Ein System (Team, Abteilung, Firma etc.) wird auch mit schlechter Struktur und Organisation schlagkräftig sein. Denn die Systemmitglieder (= Mitarbeiter) bewegen sich in vertrauten Terrain. Sie wissen, dass vieles schlecht läuft. Doch Sie bleiben lieber den negativen Prozessen verhaftet, als dass sie von sich eine Änderung einleiten. Denn diese Veränderung könnte das gesamte System gefährden (Selbsterhaltungstrieb). Welche materiellen und persönlichen Ressourcen dabei “verheizt” werden, steht natürlich auf einem anderen Blatt…

  2. sigi | 9. Juli 2007, 16:38

    Interessanter Gedanke, der sicher häufig stimmt. Der „Ressourcennachbrenner” zündet oft beim Platzverweis. Ob diese Erfolge aber immer nur durch Selbsterhaltungstrieb verursacht werden, erlebe ich anders. Zum Beispiel, dass eine sehr gute Vernetzung und Verbindung Schwächen der Einzelnen ausgleichen kann.

  3. Andreas Reisenbauer | 9. Juli 2007, 17:31

    Genau, durch diese Vernetzung und Verbindung funktioniert auch das “System” Team oder Abteilung erst. Die Stärken und Schwächen des einzelnen Individuums treten erst dann hervor, wenn – meist von außen – eine Veränderung herbeigeführt wird.

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