Sigi Bütefisch, Dipl. Grafik-Designer, Trainer und Coach.
Sein täglich Fisch: Marketing und Kommunikation für Verbände, Firmen
und Selbstständige — vom ganzheitlichen Konzept bis zur Umsetzung.
 
 

Engelchen und Teufelchen

Beitrag (I) zum 3. Blogkarneval.

Gegensätze, machen das Leben spannend. Engelchen und Teufelchen, Licht und Schatten, Gut und Böse – Zentrales Thema in Philosophie, Psychologie, Ethik und Religion. Aber auch im Geschäftsleben – hier nur genannt Positiv und Negativ, Stärken und Schwächen bzw. Chancen und Risiken.

Scheint also ein wichtiges Thema zu sein. In den folgenden 5 Artikeln möchte ich speziell Weblogs, auch mit Elementen der SWOT-Analyse, betrachten. Jeder Artikel stellt ein Thema in den Mittelpunkt: Netzwerk, Suchtpotenzial, Aufwand, Qualität, Wirkung.

Beginnen möchte ich heute mit dem Schwerpunkt Netzwerk.

Netz(werk) und (Frisch)fisch stehen in Beziehung zueinander. Ob ein Netz(werk) gut oder schlecht ist, hängt davon ab, welche Art von Fische man/frau fangen möchte. Zählt die Masse oder die Qualität? Kann Netzwerken auch Überfischen bedeuten? Also kurzfristiger Erfolg auf Kosten langfristiger Ressourcen? Ohne Zielvorgabe gibt es für mich keine sinnvolle Beurteilung von Netzwerken: Soll das Netzwerk Business generieren und muss sich deshalb mit anderen Marketinginstrumenten messen (Aufwand/Nutzen) lassen; oder geht es um die „Nestwärme” in der Gemeinschaft der Blogger; oder geht es darum ganz spezielle Kontakte zu knüpfen; oder geht es um Information; oder geht es um Alles zusammen –Bloggen als Eierlegendewollmilchsau (die bekanntermaßen marketingstrategisch heutzutage nicht funktioniert)?

Man könnte aber auch provokativ fragen: Welche Blogger verdienen „fett Geld” durchs Bloggen (Wenn ich die Diskusion verfolge, für welche Summen selbst ein A-Blogger käuflich wäre oder wie hoch die Bereitschaft ist, Fremd-Anzeigen auf seinem Blog zu schalten, scheinen es sehr wenige)? Dagegen scheint die Anerkennung in der Szene und der Spass an dem Medium eine große Rolle zu spielen. (Es soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass ich das ablehne und das „Geldverdienziel” über andere stelle). Aber wenn ich einen Gedanken von Marketeasing aufgreife, kommt es für den Geschäftserfolg (und der misst sich halt auch irgendwie am Geldbeutel) auf die „Fans” im Beziehungsnetzwerk an und nicht auf die Wackelkanidaten der C-Kunden und -Interessenten. Eigentlich wie im „richtigen” Leben. 3 gute Freunde bringen mehr als 100 Partybekanntschaften. Hier gibt es interessante Untersuchungen, dass stabile Gemeinschaften (Vom Naturvolk, über Verschwörungen bis hin zu Businessseilschaften) häufig zwischen 40 -50 Personen haben. Das scheint eine natürlich-biologisch und weniger eine kulturelle Gesetzmäßigkeit zu sein.

Weiter ist zu überlegen, ob Blogger (als überwiegend kleine Dienstleister) überhaupt im großen Umfang Aufträge (an andere Blogger) vergeben? Oder generieren Blogger nicht viel häufiger Aufträge außerhalb der Szene?

Auf der anderen Seite ist es unzweifelhaft, dass Bloggen interessante und viele Kontakte generiert, eine gute Möglichkeit ist Kompetenz zu zeigen, das Netzwerk schnell vergrößert, das Suchmaschinenranking verbessert. Vor allem, wenn es professionell mit einem gewissen Zeitaufwand und Qualitätsanspruch geschieht.

Als einer, der beim Bloggen noch nicht allzu lange dabei ist – aber seit über 20 Jahren mit Marketing und Kommunikation seine Brötchen verdient – erlaube ich mir folgendes Fazit: Für wen Bloggen passt (Spass am Schreiben, gutes Konzept und Inhalte, Durchhaltevermögen,…) wird damit sein Netz stärken. Blogs sollten aber nicht überschätzt (Aufwand/Wirkung) werden und als eine Netzwerkplattform im Verbund gesehen werden werden. Wie heißt es denn so schön: „Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile”.

Beim nächsten Beitrag geht es dann um das Suchtpotenzial.

   
   
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