Sigi Bütefisch, Dipl. Grafik-Designer, Trainer und Coach.
Sein täglich Fisch: Marketing und Kommunikation für Verbände, Firmen
und Selbstständige — vom ganzheitlichen Konzept bis zur Umsetzung.
 
 

Was braucht ein gutes Logo

Ästhetik
Geschmäcker sind verschieden, wie Menschen. Zudem verändert sich das ästhetische Empfinden mit der Zeit. Individuell und gesellschaftlich. Also ist Ästhetik subjektiv – das ist gut so, darüber lohnt keine Diskussion. Warum auch – jeder Mensch hat das Recht auf eigene Meinung, auf Gefühl, auf Geschmack (Und der Kunde, der zahlt, hat ein Recht darauf, das zu bekommen, was er möchte). Aber möchte der Kunde wirklich (nur) Ästhetik in der „Gebrauchsgrafik” oder nicht lieber „Erfolg”, also mehr Nutzen als es kostet? „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler”. Dann ist persönlicher Geschmack nicht unbedingt entscheidend. Auf die Ästhetik der Zielgruppe kommt es also an. Und hier schon wieder ein aber: die klassische Zielgruppen gibt es immer weniger, die Moden und Geschmäcker wechseln immer schneller und die Individualisierung schreitet fort. Welche Ästhetik bleibt dann eigentlich noch? Gibt es eine objektive Ästhetik, eine Ästhetik der „Professionalität”? Eine Ästhetik der Parameter, des Verstandes? Und welche Parameter sind es dann? Zum Beispiel…

Auffälligkeit
Ohne Auffälligkeit gibt es keine erfolgreiche Kommunikation. Aber Auffälligkeit ist noch nicht gleich automatisch gut. Wer die Hose fallen lässt, fällt sicher auf, erreicht aber wahrscheinlich nicht das gewünschte Ergebnis. Auffälligkeit hat immer etwas mit „Norm verletzen” zu tun und braucht deshalb Sensibilität, um nicht vor den Kopf zu stoßen. Auffallen ist leicht, positive Wirkung damit zu erzielen schon schwieriger.

Passung
Mit der Badehose auf den Ball, das passt irgendwie nicht. Auch muss ein Logo für ein Tiefbauunternehmen anders aussehen als für einen Juwelier. Passung heißt, das Logo wird wahrgenommen und die richtigen Assoziationsketten laufen ab. Da hier wieder die Individualität des Betrachters mitspielt, gibt es niemals eine 100 prozentige Passung. Deshalb schafft (Klar)text im Logo immer eine bessere Passung als reine Symbolik. Sprache ist ein eindeutiger Code, vorausgesetzt Sie machen kein Logo überwiegend für Analphabeten (es stimmt zwar, dass ein Bild mehr sagt als 1000 Worte – aber ein gutes Logo, eine Wortbildmarke braucht keine tausend). Auch Farbe hat eine wichtige Bedeutung. Jenseits einer kulturellen Prägung und individuellen Vorlieben, gibt es eine Farbpsychologie, die unterbewusst mitspielt.

Funktionalität
„Es funktioniert”, ist meist eine positive Aussage. Es bedeutet, die gewünschte Wirkung tritt ein. Was heißt es konkret, wenn ein Logo „funktioniert”: Es wird erkannt, verstanden und wieder erkannt. Es löst keine negativen Gefühle aus. Es kann auch in einer kleinen Größe noch gut verwendet werden. Es macht drucktechnisch keine Probleme, es funktioniert auch negativ oder in schwarz-weiß. Es lässt sich integrieren. Es hat kein extremes Seitenverhältnis und verursacht so häufig Layoutprobleme. Es sollte nicht modisch und „trendy” sein, denn die „Halbwertszeit” eines Logos liegt bei mindestens 10 Jahren – das werden einige Kollektionen und Trends kommen und gehen sehen. Und wenn es zudem ein wenig originell ist, schadet es ganz sicher nicht.

Es gibt sicher noch einige wichtige Dinge, auf die es ankommt – ich freue mich wie immer auf  Ergänzungen, Kommentare und die Diskussion darüber, logo.

   
   
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